Pressestimmen




Rheinpfalz
23. März 2026
Das Duo Kaleido reist überraschenderweise als Trio in Vinningen an und zaubert ein Füllhorn an lebendiger bunt gemischter Musik in den Kirchenraum der Alten Kirche.

Einen Abend mit wirklich außergewöhnlichen Klängen.

Eingeladen haben Helma Terres und Steffi Sieber das Duo Kaleido, aber gekommen sind die Musiker zu dritt. Der brasilianische Gastmusiker, Multiinstrumentalist, Arrangeur und Musikproduzent Geovany da Silveira ist die Bereicherung des Abends schlechthin. Nicht nur weil Geovany da Silveira Stücke wie „Flor Amorosa“ von Joaquim Antonio da Silva Callada oder die „Milonga de Mis Amores“ von Pascual Contursi ins Spiel bringt, sondern auch, weil er ein exzellenter Musiker ist. Angekündigt ist er als Bassgitarrist, doch hat er darüber hinaus eine ganze Palette von Klanginstrumenten mitgebracht, die fast jedes Stück bereichern. Die afrikanische Udu aus gebranntem Ton zum Beispiel, die aussieht wie ein Krug mit Loch im Bauch. Außerdem singt er immer wieder mal und das tut dem instrumentalen Abend sehr gut.

Almut Schwab ist die Frauenpower der Band und spielt nicht nur Akkordeon, sondern auch Querflöte und Hackbrett…

„Matilda’s Lullaby“ sei das Schlaflied für ihre süße Enkelin, die partout nicht schlafen wolle. Es sei eine Tortur, die Kleine zum Schlummern zu bringen, weswegen sie den Rat von befreundeten Musikern aufgriff und eine Eigenkomposition wagte. Sehr schön klingt sie…

Welches Stück dem Publikum am besten gefallen hat, ist schwer zu sagen. Erst sieht es so aus, als sei es der „Valse des Sylphide“ von Hardy Schneider, aber auch „Flor Amorosa“ ist ganz klar ein Favorit des Publikums und auch die „Milonga de Mis Amores“ von Pascual Contursi. Die kleine fröhliche Schwester des Tango Argentino, die – wie Almut Schwab erzählt – unermüdlich rufe: Das Leben ist wundervoll. Die wird doch noch von „Lita“ getoppt. Dabei handelt es sich um eine Eigenkomposition von Gitarrist Frank Zinkant…

Almut Schwab, Frank Zinkant und Geovany da Silveira gelingt ein musikalisches Kaleidoskop, bei dem sich Klezmer, Latin und Eigenkompositionen um die bunte Vielfalt der Klänge drehen. Dem Namen werden sie unbedingt gerecht. So verwundert es nicht, dass „Skopéin“, einer Komposition von Frank Zinkant, auch ihr Programm benennt. Es bedeutet soviel wie „Schöne Dinge ansehen“.

Zahlreich ist das Publikum am Sonntag nicht, dafür aber der Applaus bedeutend intensiver als sonst. Selten wird in der Alten Kirche so leidenschaftlich applaudiert und noch seltener gibt es Ovationen im Stehen. All das ist passiert, woraufhin das Trio gleich noch zwei Zugaben anhängt – darunter das jüdische Lied „Dona, Dona“, das – wie Almut Schwab findet – direkt aus der Seele komme und eine Bitte um Frieden auf der Welt thematisiere. Das Publikum singt mit.


blick-aktuell, 09.03.26

Duo Kaleido begeistert in Niederzissen

Niederzissen. Erstmals gastierte das Duo Kaleido mit Almut Schwab, der Meisterin am Akkordeon, mehreren Flöten und Hackbrett, sowie Frank Zinkant, ein brillanter Gitarrenspieler, Komponist und Arrangeur in der ehem. Synagoge Niederzissen. Angekündigt als Duo, das die musikalischen Welten dreht, trafen sie genau den Nerv der begeisterten Besucher bereits bei den ersten Stücken, der aus synagogalen Musik kommenden „Intro Doina“ und der fröhlichen Klezmerimprovisation „Freilach Shiri“. Fröhlich gestimmt setzte sich das Konzert mit „Branas Khasene“, der Hochzeit Branas aus dem Blickwinkel der Schwiegermutter fort und von Almut Schwab mit einfühlsamen, ruhigen Zimbalklängen, dem Hackbrett als ursprüngliches Klezmerinstrument, interpretiert.

Mit faszinierenden und ungewöhnlichen Klangkombinationen verstehen es die beiden Künstler immer neue Varianten anzuordnen, die die Sinne verzaubern. So beschreibt es auch Frank Zinkant zur Entstehung des Werkes „Looking Forward“, das aus einer guten Stimmung entstanden ist und mit Akkordeon und Gitarre umgesetzt wurde. Ganz im Sinne der grenzüberschreitenden Arrangements folgte mit „Valse Sylphide“ eine Musette des Komponisten HardyiSchneider.

Die Vielfalt ihres musikalischen Könnens zeigt Almut Schwab mit ihrem neuen Instrument, einer Bassflöte im Wechsel mit der Zimbal bei der gefühlvollen Interpretation des persischen Liebesliedes „Lamma Bada Yatathanna“ aus dem 11. Jahrhundert. Frank Zinkant erläuterte beim Stück „From south to north“, dass Urlauber nicht nur in den Süden, sondern auch in den Norden reisen, so wie er selbst vor 40 Jahren nach Norwegen. Diapositive regten ihn vor einigen Jahren zur Komposition an.

Mit dem volkstümlichen Lied „Flor Amorosa“ aus Brasilien und schnellen Tempiwechseln auf der Querflöte und Gitarre endete der erste Teil des Konzertes und knüpfte nach einer Pause mit „Skopéin“, schöne Dinge, an den Beginn des Konzertes an. Bei der Komposition von Frank Zinkant „Lita“, Linus tanzt, zeigte die Querflöte zunächst langsam getragen und sich im brasilianischen Rhythmus steigernd, wie der beeinträchtigte Linus, ganz auf sich konzentriert tanzt.

Mit zwei, während der Coronapandemie von Schwab komponierten Klezmerstücken, „Rosmarin Hora“ nach einem deutschen Volkslied von Heinrich Heine und „Happy Niguin“, glückliches Lied, zeigen die Künstler zur Freude der Besucher, wie sich Musik durch ein Kaleidoskop leicht verändern lässt. Mit trillernden Schlegelschlägen auf dem Zimbal, sehr gefühlvoll im Fünfertakt, präsentierten sie „Mathilda‘s Lullaby“, Mathildas Schlaflied, das aber, so Almut Schwab, leider nicht zum Einschlafen der Enkeltochter beiträgt.

Mit Airabic von Frank Zinkant und Milonga de Mis Amores, einem schnellen, schwindelerregenden Tango des argentinischen Komponisten Pascual Contursi endete zunächst das Konzert und ging aber mit zwei Zugaben, dem Mitsingen des Refrains der Besucher bei „Donna Donna“, dem Gesang vom Leidensweg des jüdischen Volkes und „Viajando“, auf Reisen, begleitet von großem Applaus in die Verlängerung.


Die Rheinpfalz-Zeitung schrieb zu unserem Konzert am 29.11.25 in Rabenau: „Das Fundament bilden Schwabs Akkordeon und Zinkants Gitarrenklänge, die mit Präzision und emotionaler Tiefe bezaubern. Ihr Zusammenspiel erinnert an französische Chansons und fasziniert zugleich durch komplexe Rhythmen.“

Mit ihrem Repertoire lädt Duo Kaleido zu einer Reise zwischen Europa und Lateinamerika ein. Emotionale Tiefe, Virtuosität und kreative Freiheit verschmelzen zu einem Musikerlebnis voller Farbe und Authentizität.